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Schachjagd: Spiel des Monats Juni

Ist es möglich ein „Mensch ärgere dich nicht“ mit „Schach“ zu verbinden?
Alex Randolph gelang 1976 dieses Kunststück.
In jenem Jahr erschien sein Würfelbrettspiel Schachjagd bei Ravensburger.
„Dieses Spiel vereinigt den Spaß eines Rennens mit der reizvollen Abwechslung eines guten Brettspiels“, heißt es in der Anleitung.

Randolph kombinierte damit gewissermaßen zwei der ältesten Spielideen überhaupt.

„Mensch ärgere Dich nicht“ ist zwar gerade erst einmal 102 Jahre alt, doch reichen seine Wurzeln bis nach Indien auf das „Chaupad“ Spiel zurück. Dieses komplexe Laufspiel mit ursprünglich religiösem und symbolischen Gehalt, das bis heute Nationalspiel der Inder ist, kann auf eine etwa 2000-jährige Tradition zurück blicken.

Und auch die Anfänge des Schachs, des Königs der Spiele, liegen ebenfalls in Indien und reichen bis um 500 n. Chr. zurück.

„Mensch ärgere Dich nicht“ und „Schachjagd“ haben nicht nur die Gattung des Würfelbrettspiels gemeinsam.
• Dort wie hier besteht das Ziel des Spieles darin, die eigenen Spielfiguren von den Startfeldern auf die Zielfelder zu ziehen.
• Bei beiden Spielern entscheidet ein Würfel.
• Kommt beim Umlauf eine Spielfigur auf ein Feld, das bereits von einer gegnerischen Spielfigur besetzt ist, gilt die gegnerische Figur als geschlagen und muss zurück auf ihre Startposition (Ärger-Faktor).
• Eigene Figuren können nicht geschlagen werden.
• Hat ein Spieler mehrere Spielfiguren im Umlauf, kann er frei entscheiden, mit welcher er ziehen möchte.

Erklärung der ZügeDie Gemeinsamkeiten zwischen „Schach“ und „Schachjagd“ sind da schon geringer.
• Randolph bediente sich der sechs Zugmöglichkeiten des Schach und packte jede von Ihnen auf eine Würfelseite.
• Man zieht wie beim Schach, und zwar jeweils in der Zugweise, die man gerade erwürfelt hat.
• Die Rennbahn hat Schachbrettmuster.

Letztendlich muss man Schach gar nicht kennen, um an „Schachjagd“ Freude zu haben. Die Würfel könnten genauso gut andere Symbole tragen, um die Zugmöglichkeiten zu verdeutlichen.

Schachjagd_02

Eine Besonderheit hat „Schachjagd“ den anderen „Ärger-Spielen“ voraus: Auch wenn man schon nahe des Ziels geschlagen wird, hat man die Chance, schnell wieder vom Start weg Boden gut zu machen. Denn Läufer, Turm und Dame dürfen wie beim Schach beliebig weit ziehen. Da kann man schnell eine ganze Brettlänge mit einmal Würfelglück durchqueren.

Doch neben dem Glück ist auch Taktik bei Schachjagd zu berücksichtigen: Man sollte die Gefahr geschlagen zu werden, aber vor allem die Möglichkeiten zu schlagen nicht übersehen. Es geht also nicht nur darum, möglichst schnell zum Ziel zu rennen. Alle Züge, mit Ausnahme des „Bauer“, können ja in mehrere Richtungen ausgeführt werden. Man wird also oft einen gehörigen Schritt „rückwärts“ oder „seitwärts“ machen, um dort eine gegnerische Figur zu schlagen. Umgekehrt ist es ratsam, seine Figur nicht gerade auf ein Feld zu ziehen, das ein Gegenspieler z. B. mit einem langen Läuferzug erreichen kann.

Schachjagd ist ein tolles Familienspiel für 2-4 Spieler aller Altersgruppen.

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